28. Mai 2011

Die Nummer 1 im Kanton


Viele Gemeinden locken explizit mit tiefen Steuern Zuzüger an. Geblendet vom tiefen Steuerfuss überlegt sich mancher einen Wohnortwechsel. Von den Gebühren für das Trinkwasser, Abwasser und Abfall spricht kaum jemand. Diese Gebühren stehen nicht im Fokus und lösen bei den Bürgern kaum Emotionen aus. Dennoch sind sie ein gewichtiger Kostenfaktor und belasten jedes Haushaltbudget.
Der Preisüberwacher erhebt in einem Vergleich die Gebührendaten für alle Orte mit mehr als 5'000 Einwohnern. Im Kanton Aargau sind dies 29 Gemeinden.
Und siehe da, zuoberst auf dem Podest steht mein Wohnort Spreitenbach. Hier sind mit CHF 529.- die Gebühren am günstigsten. Im Vergleich mit anderen Orten in der Schweiz, belegt die Gemeinde Spreitenbach ebenfalls eine Top-Platzierung.
In Spreitenbach gibt es keine Kehrichtsackgebühr. Nein, wir dürfen die ganz normalen, grauen oder schwarze Kehrichtsäcke benützen. Einziger Nachteil, der "Kehrichtentsorgungs-Tourismus" in Spreitenbach hat Hochsaison und muss (sollte) überwacht werden. Und wie es der Zufall so will - kein Witz - gerade eben hat ein Auto auf dem Besucherparplatz vor unserem Haus gewendet und kurz angehalten und dabei hat eine Person einen vollen Kehrichtsack in den Container geworfen. Das Kennzeichen konnte ich nicht entziffern, habe mir auch die Mühe nicht dazu gemacht. Das Zürcher Wappen konnte ich allerdings erkennen.

Zur Info. Der Steuerfuss der Gemeinde Spreitenabch liegt bei 101 Prozent.

Hier die Stellungnahme des Gemeindeammans:
Ich freue mich über das gute Ergebnis für Spreitenbach. Unsere tiefen Nebenkosten sind ein Standortvorteil», sagt Bütler. In manchen Gemeinden, die tiefe Gebühren verrechnen, sind diese nicht kostendeckend. In Spreitenbach sei dies nicht der Fall, versichert der Gemeindeammann. Er begründet die tiefen Gebühren mit den schmalen Strukturen und der effizienten Arbeitsweise des Werkhofes. Das Trinkwasser könnte in Spreitenbach sogar noch günstiger sein als die 55 Rappen pro Kubikmeter.

Wie Bütler erklärt, verzichtet die Gemeinde aber auf eine weitere Preissenkung: «Wir wollen den Wert des Wassers erhalten.» Ein anderer Grund für die tiefen Gebühren ist die dichte Bebauung in Spreitenbach. Diese ermöglicht ein Leitungsnetz der kurzen Wege. Trotzdem: Wenn die Gebühren so tief sind wie in Spreitenbach, könnte der Service mangelhaft sein. Dieser Behauptung widerspricht Bütler vehement: «Bei uns wird der Abfall zweimal pro Woche abgeholt. Das ist schliesslich auch nicht überall so.»

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