22. April 2010

Weltweit erste CO2-neutrale Grossbaustelle in der Schweiz

Vor rund 40 Jahren wurde in meiner Wohngemeinde Spreitenbach, Kanton Aargau, das erste Einkaufzentrum der Schweiz gebaut. Gemeint ist das heutige Shoppi (früher hiess es noch Shopping Center) gefolgt von einem weiteren Einkaufzentrum, dem TIVOLI. Etwas später folgte die erste IKEA Europas (das alte IKEA-Gebäude, nicht das jetzige), ausserhalb Schwedens. Nun darf Spreitenbach wiederum in den Genuss zu kommen die Ersten zu sein. Diesmal sogar weltweit!
Vorgestern erfolgte der Spatenstich zu einem Gebäude, dass in seiner ganzen Projektphase schon ganz einzigartig ist. Angefangen von Initiant über dir Bauphase bis zum Endprodukt.



Quelle: Aargauer Zeitung

  • Was wird gebaut
Neben dem Einkaufzentrum TIVOLI entsteht bis in Jahr 2012 eine Umwelt-Arena. Was ist eine Umwelt Arena? Das erklärt der Initiant Walter Schmid hier gleich selber und ausführlich.
In der Umwelt-Arena können künftig die Kundinnen und Kunden das weite Spektrum der Umwelttechnik erlebbar machen. Sie werden alle Informationen, Fachberatung und die Produkte selbst finden. Und zwar die effizientesten Geräte und Techniken zur Senkung des Energieverbrauchs. Verkauft werden soll allerdings nichts sondern Ideen vermittelt Die Kunden sollen in der Arena zwischen umweltfreundlichsten Produkten vergleichen können. Mit einem Rating, an dem neutrale Organisationen beteiligt sind, werden diejenigen Produkte ausgewählt, die in der Arena präsentiert werden.
Doch die Umwelt-Arena soll noch mehr sein als eine Plattform für Produkte.
Das Gebäude wird 100 Meter lang, 60 Meter breit und 20 Meter hoch sein. Die Nutzfläche wird 10'000 Quadratmeter betragen, wovon 4000 für Dauerausstellungen geplant ist auf drei Etagen. Dazu kommen 5'000 Quadratmeter für Wechselausstellungen. Im weiteren gibt es:
- Eventarena für 1'000 Personen
- Kongressräume
- Gastronomieanteile
- in den Untergeschossen 500 Parkplätze

Die Initianten rechnen mit rund 600'000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt pro Jahr.

  • Spezielle an der Umwelt-Arena
Die Grundkonstruktion des Gebäudes wird in Beton ausgeführt. Die Dachhaut besteht aus einer Holz-Sandwichkonstruktion. Diese ist weitgehend mit Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen bedeckt und soll so viel Strom liefern, dass es sowohl für den Eigenbedarf der Umwelt-Arena reicht, als auch noch Strom in öffentliche Netz eingespeist werden kann.

  • Wie wird gebaut
Hier wird ganz interessant zu sein, den Bau zu verfolgen. Walter Schmid versprach, dass dies die weltweit erste CO 2-neutrale Baustelle sein wird.
Die Lastwagen fahren mit Pommes-Frites-Öl. Der Strom für die Baukrane wird mit einem darauf montierten Windrad produziert. Und auf den Baucontainern werden Solarzellen montiert.
Bin sehr gespannt darauf, ob und wie das funktionieren kann. Was ist bei Windstille und dann im Herbst/Winter wenn Spreitenbach tagelang bei Windstille unter einer Nebeldecke liegt und die Sonne sich nur wenige Stunden zeigt - wenn überhaupt.
Respekt verdient das ganze Vorhaben und wenn es eintreffen sollte und der Beweis erbracht ist, was man mit umweltfreundlichen Energie alles machen kann, dann ziehe ich meinen Hut.

  • Wer ist der Initiant - Walter Schmid
Walter Schmid ist Bau- und Generalunternehmer.
Ich mag mich noch erinnern. Habe irgendwann Mal im Fernsehen einen Bericht über diese Person geschaut und hatte grossen Respekt wie er seine Projekte erstellt und durchgezogen hat. Und das Wichtigste, es funktioniert.
W.Schmid beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Umwelttechnik. So entwickelte er den Kompogas-Prozess, der heute weltweit in Energiegewinnung aus Biomasse eingesetzt wird. 1998 baute er das erste Mehrfamilienhaus der Schweiz mit Minergie-Zertifikat.

Der Prospekt mit mehr Infos findet man hier. Oder auf umweltarena.ch.

Ich drücke W. Schmid die Daumen, dass ein weiteres inovatives Projekt ihm gelingen wird.
Und unsere Gemeinde kann stolz darauf sein, dass auf ihren Boden so ein Projekt entsteht. Das Label
"Energie Stadt - Wir sind dabei", hat unsere Gemeinde ja schon. Jetzt hat es sie sich aber erst recht verdient, nicht wahr...

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