24. August 2009

Bodyguards für Schiedsrichter

Sie heissen weder Ronaldo noch Beckham noch spielen sie in den Hauptstädten des Fussballs und des Glamours. Sie spielen meistens nicht auf dem Hauptplatz sondern auf einem Nebenplatz, der manchmal auch einem Acker gleicht. Gemeint sind die 2. bis 5. Liga Fussballer. Seit letzter Woche kicken sie wieder und wollen wie es "Grossen" auch tun, gewinnen. Okay, das Bier danach ist genau so wichtig.
Manchmal fliegen auch die Fäuste. Der Unparteiische erleidet eine Gehirnerschütterung, Schleudertraume, Jochbeinbruch etc. Meistens in Spielen, bei denen zumindest eine Mannschaft einen ausländischen Namen, wie Bsp. Bosna Aarau, Kul Türk Gücü... Fc Kosova... trägt. Ich will mich aber gleich an dieser Stelle entschuldigen, falls ich mit dieser Aufzählung irgendeine Ehre damit verletzt habe. Aber wenn sich unser Bundespräsident entschuldigen kann oder "muss" so kann ich das ohne einen Vertrag abzuschliessen auch. Aber das ist ein anderes Thema.

Tatsache ist aber, dass manchmal leider solche Szenen mit Attacken gegen den Schiedsrichter oder Gegenspieler passieren. Die brenzligen Situationen sind häufig nach dem Schlusspfiff anzutreffen. Ich mag mich in früheren Zeiten selbst daran erinnern, als ein Spieler der gegnerischen Mannschaft nach Spielschluss mit einer abgeschlagenen Bierflasche auf einen Spieler von unserer Mannschaft gewartet hat.
Was machen die Kantonalen Fussballverbände um solche Szene zu verhindern? Zwei Beispiele, wobei die zweite Variante (Aargauischer Fussballverband) mir einiges besser gefällt. Der solothurnische Kantonalverband reagierte mit der Massnahme, dass jeder Heimklub zwei Personen zur Verfügung stellt, die den Schiedsrichter betreuen. Das heisst, sie müssen ihn empfangen, ihn nach dem Spiel vom Feld in die Garderobe begleiten und ihn in brenzligen Situationen schützen.

Luigi Ponte - Bruder des Ex Nati Spielers und u.a. Trainer vom FCZ, Raimondo Ponte - Präsident des Schweizerischen Schiedsrichter Verbands und Schiedsrichter-Obmann des AFV führte vor zwei Jahren das Shakehands ein. Die Spieler müssen vor und nach der Partie die Hände schütteln. Im weiteren führt der AFV seit dieser Saison in der 4. und 5. Liga das freie Ein- und Auswechseln ein. Während der gesamten Spieldauer dürfen alle auf der Spielerkarte gemeldeten Spieler nach Belieben ein- und ausgewechselt werden - also so wie im Eishockey.
Neu ist ab dieser Saison in den unteren Ligen (im Aargau), dass die beiden Captains der Mannschaften mehr in die Pflicht genommen werden. "Der Captain kann mehr tun als bloss die Binde spatieren führen" findet Luigi Ponte. Nach dem Schlusspfiff begeben sich die beiden Teamcaptains zum Schiedsrichter und begleiten ihn vom Feld in die Kabine. Sie sind für seine Sicherheit verantwortlich. Ponte ist überzeugt, dass die verbalen Attacken und Schubsereien zurückgehen werden. Und falls doch die Fäuste fliegen sollen sollen der Captain nicht den Superhelden spielen aber es wird eine Zeugenaussage für den Rapport von ihm verlangt.
Eine Massnahme die ich finde, die nicht nur in den unteren Ligen umgesetzt werden soll, sondern bis ganz oben in der Axpo Super League. Vielleicht werden dann keine Gegenstände mehr nach den Unparteiischen geschossen. Prüfenswert ist es allenmal.

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