15. März 2009

James Bond ist wichtiger als Merz

... dies ist der Titel im Kommentar von Patrik Müller, Chefredaktor der Zeitung Sonntag.

Die Schweiz lockert das Bankgeheimnis. Sie ist bereit, künftig auch bei Verdacht auf Steuerhinterziehung (nicht nur bei Steuerbetrug) mit dem Ausland zu kooperieren. Bundesrat Merz betont dennoch unermüdlich: "Das Bankgeheimnis bleibt bestehen"

Doch die Realität ist doch ganz anders. Realität ist das, was wir wahrnehmen. Ist das Bankgeheimnis nach dem Bundesratsentscheid wirklich noch Realität?

Klar doch, wird Finanzminister Merz nicht müde es immer wieder zu betonen. Klar doch, teilt die Bankiervereinigung der Welt mit. Klar doch, kommentieren gestern auch viele Schweizer Zeitungen.

Entscheidend für das Geschäft mit den ausländischen Bankkunden sind aber nicht die Verlautbarunggen aus dem Inland. Entscheidend ist die Wahrnehmung im Ausland. Und die ist eindeutig. Hier ein paar Schlagzeilen - meist sogar auf der Frontseite - von renommierten Zeitungen.

Süddeutsche Zeitung: "Revolution: Das Steuerparadies Schweiz schliesst"
Welt: "Schweiz gibt ihr heiliges Bankgeheimnis auf"
New York Times: "Schweiz hilft Steuerbetrüger zu verfolgen".
Financial Times: "Schweizer geben Boden preis bei Bankgeheimnis.

Das Bankgeheimnis ist nicht mehr Realität, es ist tot. Deutsch oder Amerikaner, die ihr Schwarzgeld auf Schweizer Konten parkiert haben, lesen diese Schlagzeilen - und werden es sich zweimal überlegen, ob sie ihr Geld weiterhin in die Schweiz bringen wollen.
Künftig wird es wohl keine James Bond-Filme mehr geben, in denen ein Gangster sein Geld auf ein Schweizer Nummerkonto einzahlt.

Was soll's!
Als ehrlicher Steuerbezahler interessiet mich das einen....

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