20. Oktober 2008

Zum Teufel mit dem Staat?

In den Neunzigerjahren und sogar noch Anfang der letzten Wochen haben die neoliberalen Vordenker den Staat verteufelt.
Hier einige Aussagen von CEO’s, Managern etc., die sie heute nach dem unser Staat mit 68 Milliarden Steuerfranken die UBS gerettet hat, nicht mehr tätigen würden. Eher erinnern sie sich nicht daran, dass je einmal gesagt zu haben.

Peter Brabeck, Verwaltungsratspräsident Nestlé: «Politiker haben keine Glaubwürdigkeit mehr. Abhilfe kann nur der Wettbewerb schaffen, doch der wird durch den wettbewerbsfeindlichen Ton in der Wirtschaft behindert.»
13. Juni 2005, vor der Handelskammer Deutschland - Schweiz

Marcel Ospel, Ex-Verwaltungsratspräsident UBS: «Wenn jeder zweite Franken zum Staat fliesst, ist das Unsinn. Die Wirtschaft muss dem Staat helfen, sich zu benehmen.» 2001, «Blick»

Christoph Blocher, alt Bundesrat: «Das Problem der Wirtschaft ist nicht ihre Vernachlässigung durch den Staat. Sondern zu viel Staat.»
26. März 2007, Referat an der Uni Basel

Gerold Bührer, Präsident Economiesuisse: «Mehr Regulierungen sind falsch. Die Krisenresistenz unserer Banken ist einmal mehr eindrücklich.»
16. Oktober 2008
(am Tag der Staatsrettung der UBS!), «Weltwoche»


Heinz Hauser, Wirtschaftsprofessor HSG: «Die Kantonalbanken, Telecom, Post und SBB müssen vollständig privatisiert werden.»
1995, Weissbuch «Mut zum Aufbruch»

Lukas Mühlemann, Ex-Chef Credit Suisse: «Weniger Regulierung und mehr Wettbewerb – überall.»
31. Oktober 1996, «Facts»

Thomas Held, Direktor Avenir Suisse: «Die Marktwirtschaft ist keine Religion, die von uns ‹gute Taten› verlangt. Sie funktioniert, wenn jeder seine Eigeninteressen rechtmässig verfolgt.»
18. Mai 2008, «Sonntags-Zeitung»

Ruedi Noser, FDP-Vizepräsident: «Eine kleine Grossbank muss im Verhältnis zu ihrer Grösse zu grosse Risiken eingehen, um mit den wirklich Grossen mithalten zu können. (Das führt) zum Schluss, dass man die ZKB privatisieren muss.»
18. Mai 2007, «NZZ»

Martin Ebner, BZ-Bank: «Es gibt kein besseres System als die Marktwirtschaft.»
2. Oktober 1998, «Tages-Anzeiger»

Roger Köppel, «Weltwoche»-Verleger: «Gerade die Marktwirtschaft fördert und fordert Traditionen der Fairness, der Verlässlichkeit und der Sensibilität gegenüber menschlichen Bedürfnissen, die in der Politik erfahrungsgemäss vernachlässigt werden.»
22. April 2004, «Weltwoche»

Gerhard Schwarz, stellvertretender Chefredaktor der «NZZ»: «Für die Marktwirtschaft stellt Gier insofern kein Problem dar, als sie sich in dieser sogar als Antrieb von Leistung und Innovation erweisen kann.»
30. Dezember 2006, «Neue Zürcher Zeitung»

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